
Batata Harra
Batata harra entstand aus der libanesischen Mezze-Kultur als Möglichkeit, einem bescheidenen Gemüse die gleiche kühne, kraftvolle Behandlung wie Fleisch- oder Meeresfrüchtegerichten zu geben, und verdankt ihren Namen schlicht der Tatsache, dass sie buchstäblich scharf ist: harra bedeutet auf Arabisch scharf und unterscheidet sie von unzähligen anderen Kartoffelzubereitungen in der arabischen Welt, die gar keine Schärfe haben. Küstenstädten wie Beirut und Tripoli wird oft die Popularisierung der frittierten statt gerösteten Version zugeschrieben, eine Technik, die sich landeinwärts verbreitete, als Hausköche nach einem schnelleren Weg zur gleichen knusprigen Außenseite suchten. Was verhindert, dass Batata harra wie schlichte Bratkartoffeln mit Knoblauch schmeckt, ist das Timing: Knoblauch, Chili und Koriander werden erst in den letzten Sekunden hinzugefügt, damit ihr Geschmack scharf und frisch bleibt, statt im Öl zu verblassen – eine Gewohnheit, die eine gute Version von einer bloß ausreichenden unterscheidet. Sie erscheint selten allein auf einem libanesischen Tisch, sondern eher als eines von vielen Gerichten in einer Mezze-Auswahl, die Hummus, Taboulé und gegrilltes Fleisch enthalten kann, gedacht zum langsamen Naschen statt als alleinige Mahlzeit.
Schärfe von frischem Chili, nicht nur von Pfeffer
Batata harra bedeutet auf Arabisch „scharfe Kartoffeln“, und die Schärfe kommt von frischer roter Chili oder gebratenen Chiliflocken zusammen mit Knoblauch, nicht nur von schwarzem Pfeffer.
Ein Abschluss aus Knoblauch und Koriander, ganz zum Schluss
Gehackter Knoblauch und frischer Koriander werden erst ganz am Ende des Kochens hinzugefügt, gerade lange genug, um duftend zu werden, ohne zu verbrennen oder bitter zu werden.
Ein Spritzer Zitrone direkt vor dem Servieren
Ein letzter Schuss Zitronensaft durchbricht Öl und Schärfe, weshalb das Gericht fast immer am Tisch statt in der Küche vollendet wird.
Ein Mezze-Klassiker, keine reine Abendessen-Beilage
Batata harra ist weit mehr als eine schlichte Beilage – sie ist ein fester Bestandteil der libanesischen Mezze-Tafel, serviert neben Hummus und anderen kleinen Gerichten statt neben einem Hauptgang.
Zutaten 4 Portionen
- 1 kg Kartoffeln, geschält und in 2 cm große Würfel geschnitten
- Pflanzenöl, zum Frittieren
- 4 Knoblauchzehen, fein gehackt
- 1-2 frische rote Chilis, fein gehackt, oder 1 TL Chiliflocken
- 1/2 TL gemahlener Koriander
- 1/2 Tasse frischer Koriander, gehackt
- Saft von 1 Zitrone
- 1 TL Salz, oder nach Geschmack
- 1/4 TL schwarzer Pfeffer
Zubereitung
- 1Tupfe die Kartoffelwürfel mit einem sauberen Tuch trocken, denn das Entfernen der Oberflächenfeuchtigkeit verhindert, dass sie im Öl dampfen statt knusprig zu werden.
- 2Erhitze etwa 3 cm Pflanzenöl in einer tiefen Pfanne oder einem Topf, bis es rund 175°C erreicht, heiß genug, dass ein hineingegebener Würfel sofort zischt.
- 3Frittiere die Kartoffeln portionsweise je 6-8 Minuten, dabei gelegentlich wenden, bis sie tief goldbraun und auf allen Seiten knusprig sind, und hebe sie dann auf einen mit Küchenpapier ausgelegten Teller.
- 4Würze die heißen Kartoffeln sofort mit Salz, während das Öl noch an ihnen haftet, denn das hilft der Würze, besser zu haften.
- 5Erhitze in einer kleinen Pfanne 2 Esslöffel des Frittieröls bei mittlerer Hitze und gib Knoblauch, Chili und gemahlenen Koriander hinzu, rühre etwa 30 Sekunden, bis es duftet, aber nicht bräunt.
- 6Schwenke die frittierten Kartoffeln in diesem Knoblauch-Chili-Öl, damit jedes Stück gut umhüllt ist.
- 7Beende mit gehacktem frischem Koriander, einem großzügigen Spritzer Zitronensaft und frisch gemahlenem schwarzem Pfeffer, und serviere sofort, während sie noch heiß und knusprig sind.
Nährwertangaben
pro Portion (~350 g)
Geschätzte Nährwertangaben.
Passt perfekt zu








